Zum 5. Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel

Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft                
vom 20.4. bis 31.5.2018

In diesem Jahr jährt sich die Machtergreifung der deutschen Nazis zum 85. Mal und mit ihr die Maßnahmen, die ihr zwölfjähriges Terrorregime sicherten: der Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April, die Ausschaltung der Juden und Mitglieder der Arbeiterparteien aus dem Berufsleben, die Gleichschaltung der Gewerkschaften wie die Auslöschung der kritischen Intelligenz durch die studentische Kampagne gegen den unterstellten "undeutschen“ Geist.
Der fünfte Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel versammelt in den nächsten Wochen wieder rund 50 Veranstaltungen, in denen der Widerständigen und der Opfer gedacht werden soll. Insgesamt ist es uns gelungen, in den letzten fünf Jahren weit mehr als 200 Veranstaltungen zur Eimsbütteler Erinnerungskultur zu präsentieren, nachdem die Bezirksversammlung Eimsbüttel 2013 beschlossen hatte, einen Gedenkmonat einzurichten.
Den Auftakt bilden die Gedenkveranstaltungen zu den Kindern vom Bullenhuser Damm ab dem 20. April. Am 15. Mai werden wieder Schulklassen und viele Hamburger*innen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 aus den Büchern verfolgter und verbannter Autor*innen lesen.
Eine Reaktion der jüdischen Organisationen auf die Repression der Nazis war die Einrichtung von Stätten der sog. Hachschara, in der jüdische Jugendliche beruflich und kulturell auf eine Einwanderung nach Palästina vorbereitet wurden: in Eimsbüttel gab es dazu die Lernwerkstätten in der Weidenallee und eine 50-köpfige Gruppe von Jugendlichen in der Kielortallee. Erika Hirsch referiert zur Hachschara am 8. Mai in der Galerie Morgenland.
Unser Vertrauen in die öffentlich-demokratische Gesprächs- und Streitkultur ist ungebrochen: Am 24. April laden wir ein zu unserer Eröffnung mit Gästen zum Thema "Baustellen der Erinnerungskultur. Authentische Orte – Wahrnehmungen und Interessen“. Prof. Stefanie Endlich, Hannes Heer und Ulrich Hentschel diskutieren u.a. zur "Baustelle Gestapo-Haus/Stadthöfe“ die aktuellen Entwicklungen, Errungenschaften und Problemblockaden.
Besonders hinweisen möchten wir auf die Buchvorstellung zu den Stolpersteinen im Grindelviertel am 28. Mai in der Talmud-Tora-Schule: die Autor*innen des Bandes "Grindel II“ stellen Menschen und Schicksale vor, derer durch Stolpersteine gedacht wird.

Die Eimsbütteler*innen und alle Hamburger*innen sind herzlich eingeladen, sich mit unserem Programm auseinanderzusetzen, sich im gesamten Bezirk an Aktionen zu beteiligen und unsere Veranstaltungen zu besuchen.
Wir wünschen uns für den fünften Monat des Gedenkens in Eimsbüttel Aufmerksamkeit, reges Interesse und zahlreiche Teilnehmende.

Redaktion AG Monat des Gedenkens in Eimsbüttel