Dritter Monat des Gedenkens Eimsbüttel

Die Arbeitsgemeinschaft "Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel“ stellt das Programm des dritten Monats des Gedenkens vor mit rund 50 Veranstaltungen und Projekten.

Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft

 

Die Arbeitsgemeinschaft "Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel“ stellt das Programm des dritten Monats des Gedenkens vor mit rund 50 Veranstaltungen und Projekten.
Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer und den Widerstand während des NS-Regimes gibt es seit Jahrzehnten in Hamburg-Eimsbüttel. Erinnerungsorte sind überall im Bezirk verteilt. Nach dem Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel im Jahr 2013 zur Einrichtung eines Gedenkmonats  gründete sich eine offene Arbeitsgemeinschaft, die als Plattform und Netzwerk agiert und in der alle mitwirken können, die sich an Veranstaltungen beteiligen bzw. eigene Aktivitäten entwickeln möchten.
Auch dieses Programm des Gedenkmonats ist wieder eine vielfältige Mischung bürgerschaftlichen Engagements: Ausstellungen werden gezeigt, bekannte und unbekannte Orte der Verfolgung erkundet, neue Erkenntnisse der Erinnerungskultur diskutiert. Die Geschichtswerktatt Eimsbüttel beteiligt sich, ebenso Kirchengemeinden, Jugendclubs und Bürgerhäuser. Der AStA der Universität Hamburg wird mit einer Veranstaltung zu den NS-Studentenschaften dabei sein. Der Tag der Befreiung wird gefeiert, Schulprojekte beschäftigen sich mit Ausgrenzung, Alltagsrassismus und Unterdrückung im NS. Auf dem Platz der Bücherverbrennung am KaiFU am Isebek-Kanal wird am 10. Mai wieder aus den verbrannten Büchern vorgelesen, der ETV beteiligt sich mit einer Veranstaltung zur Vereinsgeschichte und die Projektgruppe Kasernen Bundesstraße wird die Pläne und Forderungen für einen Gedenkort im Campus Bundesstraße vorstellen. Um NS-Täterschaft in der eigenen Familie geht es in einem Projekt der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, und, das muss hier genannt werden: als erste Stadt in Deutschland veröffentlicht Hamburg nun eine Datenbank mit Hamburger NS-Tätern*innen, Profiteuren, Denunziant*innen, Mitläufer*innen und Zuschauer*innen und -Ermöglichern. Die Landeszentrale für politische Bildung lenkt nun den Blick auf diejenigen, die das NS-System stützten und mitmachten (http://www.hamburg.de/ns-dabeigewesene/).
Im April 2014 hatte unsere "Schirmfrau“ (eine Schirmherrin wollte Steffi Wittenberg nicht sein. Drum haben wir diesen Begriff für sie kreiert) Steffi Wittenberg festgestellt:  "Wir erinnern an das schreckliche Geschehen, und das ist gut so, aber wie gehen wir mit der Gegenwart um? [...] Darum geht es doch beim Gedenken und Erinnern: nie wieder Krieg, vernünftiges Zusammenleben der Menschen und eine gerechte Verteilung der Güter der Erde. Natürlich lehrt mich auch meine Erfahrung des Exils, Flüchtlinge in Not bedürfen unserer Aufnahme, unserer Anteilnahme und unserer Unterstützung.“
Steffi Wittenberg starb am 26. März 2015. Sie war trotz alledem zurückgekehrt in ihre Heimatstadt Hamburg und nach Eimsbüttel, "ihren“ Stadtbezirk, in dem sie vor 89 Jahren als jüdisches Kind  geboren wurde. Wir vermissen ihren Rat und ihre Klarheit. Und in ihrem Sinne, das ist gewiss, machen wir weiter.
Wir wünschen uns auch für den Gedenkmonat 2016 Interesse, rege Teilnahme und Unterstützung.