Zum 7. Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel

Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft                
vom 20.4. bis 31.5.2020

Vor 75 Jahren wurde Nazi-Deutschland durch die Alliierten besiegt. Für diejenigen, die den faschistischen Terror überlebten, war und ist der 8. Mai 1945 (wie er es für alle Demokrat*innen sein sollte) der Tag der Befreiung – der Befreiung von Ausgrenzung und Drangsalierung, von Vernichtungskrieg und systematischer Ermordung derer, die aus “rassischen“, politischen und anderen Gründen nicht in die “Volksgemeinschaft“ passten. Ihr Andenken wollen wir bewahren. Wir rücken ins Blickfeld, was passieren kann, wenn weggesehen wird, wenn Feinde einer weltof- fenen Gesellschaft immer mehr Zustimmung nden. Lange Zeit galt ein breit getragener gesellschaftlicher Grundkonsens: Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus! In den letzten Jahren erleben wir zunehmend, wie dieser Konsens ins Wanken gerät: Die Gefahr rechten Terrors wird kleingeredet, rechte Argumente nden bis weit in die sogenannte gesellschaftliche “Mitte“ hinein Eingang in öffentliche Diskussionen, verdeckt oder offen wird in der Politik mit Rechtsradikalen zusammengearbeitet – mit fatalen Konse- quenzen. Rechtsradikale fühlen sich bestätigt und wagen sich mehr und mehr in die Offensive, fassungslos und voller Zorn stehen wir vor den rechtsterroristischen Gewalttaten der letzten Zeit. Die Veranstaltungen des Monats des Gedenkens zeigen unsere Verantwortung auf: Damit nicht wieder geschieht, was einst geschah. Erinnern heißt kämpfen! Der Monat des Gedenkens 2020 beginnt wieder mit Veranstaltungen zum Gedenken an die Kinder vom Bullenhuser Damm. Am 20. April 1945 wurden im Außenlager “Bullenhuser Damm“ des KZ Neuengamme 20 jüdische Kinder, ihre Betreuer und 24 sowjetische Kriegsgefangene ermordet, um verbrecherische pseudomedizinische Versuche zu vertuschen. Seit 41 Jahren wird ihrer Leidensgeschichte gedacht. 1991 beschloss der Ortsausschuss Hamburg-Lokstedt, auch die Straßen im Neubaugebiet Schnelsen-Burgwedel nach den ermordeten Kindern vom Bullenhu- ser Damm zu benennen. Auf dem Roman-Zeller-Platz, benannt nach einem der ermor- deten 20 Kinder, gedenken Schüler*innen immer am 20. April der Kinder. Veranstaltungen rund um den 8. Mai werden angekündigt, am 14. Mai lesen wieder Schüler*innen und viele Hamburger*innen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 aus den Büchern verfolgter und verbannter Autor*innen – in der 20.Marathonlesung. Die Geschichtswerkstatt Eimsbüttel, das Institut für die Geschichte der deutschen Juden, die Israelitische Töchterschule, die Kir- chengemeinden Eimsbüttel, die Fachschaftsräte-Konferenz der Universität, die VVN – BdA, der Freundeskreis Neuengamme, Initiativen und Buchhandlungen aus Eimsbüttel: alle laden ein zu Vorträgen, Lesungen, Stadtrundgängen, Stolpersteinputzaktionen und Synagogenführungen. Die Eimsbütteler*innen und Hamburger*innen sind eingeladen, sich an Aktionen zu beteiligen, mitzumachen!

Wir hoffen für den siebten Monat des Gedenkens in Eimsbüttel auf reges Interesse und viele Teilnehmende. Redaktion AG Monat des Gedenkens in Eimsbüttel Redaktion AG Monat des

Gedenkens in Eimsbüttel